Das Ziel der Musikakademie Schloss Weißenbrunn, historische Aufführungspraxis zu fördern, wird durch den Aufbau einer Tasteninstrumentensammlung unterstützt.
Alle Instrumente sind Originalinstrumente und stehen für Studienzwecke und Konzerte zur Verfügung. In Filmaufnahmen und Konzerten wird so ein authentisches Hörerlebnis der jeweiligen Zeit erfahrbar.

Spinett von Neil Stewart


ca. 1768, Edinburgh

Klaviaturumfang GG–f3
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Der Erbauer des Spinetts von ca. 1768 ist unbekannt. Neil Stewart war ein Verleger und Händler von Spinetten und Fortepiani aus Edinburgh. Früheste Belege finden sich von ca. 1759–60. James Logan und möglicherweise Andrew Rochead haben Spinette für ihn gebaut. Auch Burkart Shudis Rechnungsbücher verzeichnen Verkäufe von Tasteninstrumente an Neil Stewart.

Stimmton
ca. 410 Hz

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Fortepiano von Melchior Guante


ca. 1795, Münster/Westfalen

Klaviaturumfang: FF–c4, 2 Kniehebel (Dämpfungsaufhebung und Moderator)
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Melchior Guante (1759–1845), eröffnete 1792 sein Instrumentenbau-Gewerbe zu Münster in Westfalen und übertrug das Geschäft 1815 an Heinrich Niemann. Melchior Guante war wohl Schüler von Johann David Schiedmayer. Seine Instrumente sind aufwendig gestaltet und besonders solide gebaut. Die erhaltenen Hammerklaviere Guantes sind mit Prellzungenmechanik mit Holzkapseln ausgestattet. Die Tafelklaviere haben Unterdämpfung.

Stimmton
ca. 415 Hz

Mechanik
Deutsche Prellzungenmechanik mit Holzkapseln, ohne Fänger in der Tradition Johann Andreas Steins, die Dämpfung wird unten im Tastenhebel geführt (altes »Einfädel-Modell«)

Zwei Kniehebel
Dämpfungsaufhebung und Moderator

Besaitung
durchgehend 2-chörig

Gehäuseform
doppelt gebogene Zarge, Mahagoni poliert, umlaufende, mit Messing belegte Leisten, vier spitz zulaufende Beine, viereckiger Querschnitt mit Kannelierung und abgesetztem Oberteil

Klaviaturbeläge
Untertasten: Elfenbein
Obertasten: Ebenholz

Maße des Instruments
Breite mit Leisten: 995 mm
Länge mit Leisten: 2140 mm

 

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Fortepiano von Joseph Johann Brodmann


1827, Wien

Klaviaturumfang CC–g4, 5 Pedale (Verschiebung, Fagott, einfacher und doppelter Moderator, Dämpfungsaufhebung)
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Das Instrument ist ein wunderbares Beispiel für die Kunst eines der berühmtesten Instrumentenbauer aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Joseph Brodmann wurden viele wichtige Ehrungen für die von ihm patentierten Verbesserungen am Klavierbau zuteil, zu denen unter anderem der dreifach laminierte Resonanzboden gehört, wie man ihn bei diesem Instrument findet. Sein wichtigster Schüler war Ignaz Bösendorfer, der für ihn arbeitete und 1828 nach dem Tod Brodmanns dessen Werkstatt übernahm.

Stimmton
ca. 430 Hz

Mechanik
Wiener Mechanik

Fünf Pedale
Verschiebung, Fagott, einfacher und doppelter Moderator, Dämpfungsaufhebung

Besaitung
3 Saiten pro Taste
Die Saitenquerschnitte sind auf dem Resonanzboden sehr präzise angegeben und wurden daher als Vorlage für die neue Besaitung des Instruments verwendet.

Gehäuse
Mahagoni

Tastatur
Untertasten: Elfenbein
Obertasten: Ebenholz

Maße
Breite 1290 mm
Gehäusehöhe: 315 mm
Länge 2435 mm

Restaurierung

Während der Restaurierung im Laboratorio di restauro del fortepiano di Firenze im Jahr 2019 wurden alle Teile nach genauer Vermessung und Katalogisierung auseinandergebaut.

Bei der Restaurierung eines Klaviers ist es nur sehr selten möglich, die originale Belederung beizubehalten, weil das Leder oft zu abgeschabt ist. Die Originalbelederung an den Brodmann-Hämmern war in sehr gutem Zustand und wurde, wo immer möglich, nicht ersetzt. Dies ist einer der Hauptgründe für den runden und vollen Klang des Klaviers.

Die Regulierung der Mechanik wurde genau studiert, um die beste Dynamik für den Anschlag des Pianisten zu erreichen.

Nach der Restaurierung hat der Hammerflügel weiterhin alle charakteristischen Eigenschaften und Merkmale der Brodmann-Werkstatt und ist ein sehr gutes Beispiel für die Instrumente, die zu dieser Zeit in Wien angeboten wurden.

 

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Fortepiano von Julius Blüthner


1883

Klaviaturumfang: A2-a4, 2 Pedale (Dämpfungsaufhebung, Moderator)
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Stimmton
440 Hz

 

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